Niederschrift der Sitzung des Sprecherrates am Mittwoch, den 17. Mai 2017,  KZ Gedenkstätte Osthofen, 10:00 bis 12:50 Uhr


Anwesend

Dieter Burgard, Vorsitzender         
Joachim Hennig, Joachim, stellv. Vors.        
Christof Pies
Dr. Franz-Josef Ratter
Renate Rosenau
Dr. Ulrike Winkler
Eberhard Dittus            
Dr. Johannes Graßl
Hans-Eberhard Berkemann
Ramona Dehoff

für LpB: Uwe Bader        

Beschlüsse / Aufträge

Nächste Sitzung: Donnerstag, 17. August, 10:00 Uhr, LMK Ludwigshafen

TOP    Thema  / Auftrag
3    Jüdische Friedhöfe /  Pies, Rosenau, Burgard, Dittus, Dr. Ratter,
4    Fonds, Antragsformular Kosten- und Finanzierungsplan /  Dehoff
7    Aufgabenverteilung im Sprecherrat  / Dr. Winkler (Thomas Zuche)
8    Neues online-Projekt Topografie jüdischen Lebens in Deutschland /  Roseau

TOP 1:  Begrüßung, Anwesenheit, Tagesordnung
Niederschrift vom 31.03.2017: keine Einwendungen.

2. Landestagung Krankenmorde
Bericht Frau Rosenau
Vorbereitung Referenten: Der Sprecherrat hatte Frau Dr. Storm gebeten, den Referenten möglichst bald genaue Angaben über den Abgabetermin für die Beiträge - vorgesehen war fünf Monate vor der Tagung, also etwa September - zu informieren und dabei technische Details über die Form und Länge der Beiträge mitzuteilen. Der Sprecherrat befürwortet den Vorschlag, Herrn Dr. Wolfgang Form, Geschäftsführer des Internationalen Forschungs- und Dokumentationszentrums für Kriegsverbrecherprozesse (ICWC) an der Philipps-Universität Marburg, um einen Beitrag zu bitten. Für die Landestagung relevant wären die Nachfolgeprozesse der Ärzte und der Juristen (Fall I und III), der Nachfolgeprozess Juristen u.a. wegen der Erbgesundheitsgerichtsbarkeit.
Frau Dr. Storm hat mitgeteilt, dass sie nach einer Landtags-Veranstaltungsreihe im Mai die Anschreiben an die Referenten auf den Weg bringen wird.

Der genaue Tagungstermin wird derzeit noch abgestimmt, u.a. mit dem Aufbau- und Kunstgymnasium in Alzey (Herr Blahnik). Für diese Schule wäre ein Termin in den Wochen ab 22. bzw. 29. Januar besser (wegen Elternsprechtag bzw. Informationstag nicht am Freitag/Samstag), da bis in die Woche davor noch schriftliche Abiturprüfungen stattfinden.

TOP 3:  Jüdische Friedhöfe; Gespräch mit GDKE, ADD, Landesverband der jüd. Gemeinden am 21. und am 26. Juni 2017
GDKE, ADD und der Landesverband der jüdischen Gemeinden RLP wurden zum 21. bzw. 26. Juni 2017 eingeladen.
Zeit und Ort: jeweils 10:00 Uhr im Büro des Bürgerbeauftragten, Mainz.

Zum Termin 21.06. haben zugesagt:
- ADD Frau MinR' Dagmar Schartmann, Innenministerium,
  Frau RegDir' Birgit Seibel (ADD) und AR Raimund Schneider (ADD),
- Landesverband der jüdischen Gemeinden Rheinland-Pfalz, Vorsitzender Herr Avadislav    
  Avadiev.
Teilnahme vom Sprecherrat: Burgard, Pies, Rosenau, Dittus, Dr. Ratter,

Termin 26.06.:
GDKE: Herr Generaldirektor Dipl. Ing. Thomas Metz, Frau Dr. Kaiser, Frau Dr. Fischer
Teilnahme vom Sprecherrat:  Burgard, Pies, Rosenau, Dittus.

Beschluss: Herr Pies und Frau Rosenau werden die Gespräche vorbereiten.

Einige der Eingeladenen um Kopien der Synopse gebeten, da bei ihnen die Online-Übermittlung aus technischen Gründen fehlgeschlagen war. .
Beschluss: Nachdruck von  drei Expl und entsprechender Versand (Rosenau).
  
TOP 4:  Fonds: Anträge / Antragsformular Kosten- und Finanzierungsplan
1. Fonds und Anträge: Frau Dehoff informiert anhand von Übersichten über Ausgaben und noch verfügbare Mittel im Jahr 2017. Neue Anträge liegen nicht vor.

2. Antragsformular Kosten- und Finanzierungsplan: Frau Dehoff berichtet über Erfahrungen mit dem Ausfüllen durch die Antragsteller und stellt Änderungsvorschläge zur Diskussion. Eingehend wird beraten, welche Ausgaben als zuschussfähig angegeben werden können.
Beschluss: Die Formulierung des Kosten- und Finanzierungsplans wird angepasst und von Frau Dehoff verteilt.

3. Hinweis: Das Dokumentationszentrum und der Förderverein haben keine Postfachadresse mehr. Anschrift: Ziegelhüttenweg 38, 67574  Osthofen.

4. Voranfrage Mahnmal Koblenz (diese Info muss beim Sprecherrat angefragt werden)

TOP 5:   Überbauung des Diezer Synagogenstandorts
Bericht Herr Burgard
Die Arbeitsgruppe hat auf ihre Schreiben keine Antworten erhalten. Am 7. Juni wird Herr Burgard ein Gespräch moderieren, zu dem Landrat, Stadt, Kirchen u.a. Betroffene eingeladen sind, um über eine mögliche Gestaltung als Gedenkort zu beraten.

TOP 6:  41. Informationstagung zur Gedenkarbeit in Rheinland-Pfalz  
am Samstag, 10. Juni 2017,  10:00  bis ca. 14:30 Uhr, Gedenkstätte KZ Osthofen. Themenschwerpunkt: "Gedenkarbeit an ehemaligen KZ-Außenlagern", die Einladung wurde versandt.  Berichtet wird über mehrere KZ-Außenlager, dortige Gedenkinitiativen und Schritte zu deren Vernetzung.  
Herr Bader berichtet von einer erfreulichen Resonanz, diesmal auch von Landtagsabgeordneten mehrerer Parteien.

Er bittet, auf die kommenden Tagungen in Hinzert und die Ausstellung in Osthofen aufmerksam zu machen. Für die Gedenkstättenfahrt nach Natzweiler am 23. Juni sind noch Plätze frei.

TOP 7:  Aufgabenverteilung im Sprecherrat
Die Übersicht über die Verteilung der Ressorts wie folgt aktualisiert:
Gedenkorte / Stolpersteine:
    A: Johannes Graßl (neu)
    B: Eberhard Dittus (bleibt)
Grenzüberschreitende Gedenkarbeit:
    A: Dr. Ulrike Winkler (neu)
    B: Dr. Franz-Josef Ratter (neu)
            in Kooperation mit LpB: Uwe Bader (diese Zuordnung neu)
Regionen:
Pfalz: Eberhard Dittus, Dr. Franz-Josef Ratter, Johannes Graßl (neu)
Raum Trier: Dr. Ulrike Winkler

Frau Dr. Winkler wird Herrn Thomas Zuche bitten, die Änderungen in den Ausdruck einzufügen (er hat die Software dafür).
Frau Rosenau regt an, in Zusammenhang mit den Neuwahlen im Dezember die Ressortverteilung zu überdenken, u.a. Zuordnung Archivtagungen/Archivarbeit, Mitgliederbetreuung/-Rundbrief).

TOP 8:  Zusammenarbeit mit Alemannia Judaica
siehe Niederschrift vom 31.03.2017, TOP
Frau Rosenau hat mit dem Begründer, Pfarrer Dr. Joachim Hahn, Plochingen, über eine mögliche Zusammenarbeit gesprochen, wie sie zwischen Alemannia Judaica und der Landesarbeitsgemeinschaft der Gedenkstätten und Gedenkstätteninitiativen (LAGG) der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg besteht.  
Dr. Hahn erläuterte, Gründungsanlass für Alemannia Judaica sei vor Jahren der Wunsch der Vernetzung und Unterstützung von Einzelkämpfern gewesen, inzwischen haben regionale Arbeitsgemeinschaften gebildet und stabilisiert, die Arbeitsschwerpunkte liegen in diesen Regionen. Die AG Alemannia Judaica sehe ihre Funktion nun in deren Vernetzung. Die 15 Jahre alte Website sei technisch in die Jahre gekommen. Auch das zunehmende Alter der Aktiven bedinge Veränderungen. Eine Erweiterung über den alemannischen Raum hinaus sei nicht geplant, jedoch sei jeder willkommen, der sich interessiere und dieser Arbeit zugehörig fühle.  Die Arbeitsform ist eine Arbeitsgemeinschaft, kein Verein.
Dr. Hahn vertritt Alemannia Judaica u.a. im Beirat des Museums für Juden und Christen in Laupheim und in dem "Online-Portal zur Topografie jüdischen Lebens in Deutschland", (https://www.jmberlin.de/online-portal-juedisches-leben-in-deutschland), einem neuen Projekt, das beim Jüdischen Museum Berlin angesiedelt ist und ein Online-Portal  entwickelt, das lokalgeschichtliche Informationen zum jüdischen Leben in Deutschland über eine

Landkarte zugänglich macht. Langfristig soll die Website von Alemannia Judaica in diesem Portal aufgehen. Das Projekt wird mitgetragen von der Rothschild Foundation, dem Zentralrat der Juden in Deutschland, dem Fritz-Bauer-Institut, der F. C. Flick-Stiftung, Wikipedia. Ein Team aus vier Personen arbeitet an der Website, die möglicherweise 2018 online geschaltet wird. Herr Dr. Hahn ist Mitglied des Beirats. Koordinatorin ist Frau Anika Nowak-Wetterau, Jüdisches Museum Berlin (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!).
Beschluss: Frau Rosenau wird beauftragt, mit Frau Nowak-Wetterau Kontakt über mögliche Zusammenarbeit aufzunehmen.

TOP 9:  Verschiedenes
1. Studienreise zu Erinnerungsorten und Museen des Ersten und Zweiten Weltkriegs in Nordfrankreich vom 28.10. - 1. 11. 2017 der LpBs Hessen und Rheinland-Pfalz für Lehrkräfte und Interessierte, Programm wurde versandt.

2.. Herr Hennig verweist auf ein Interview mit Thomas Fritz bei Web.de, "Was bedeutet der Tod der Zeitzeugen für die Erinnerung an den Holocaust?, das sich mit der heutigen Situation in der Gedenkarbeit - nach dem Tod der Zeitzeugen - beschäftigt. Hier der Link:
 https://web.de/magazine/politik/bedeutet-tod-zeitzeugen-erinnerung-holocaust-32240734

2. Herr Grassl wies auf den Bericht von Robert Parzer über die Tagung Von der "Euthanasie" zum Holocaust -Parallelität oder Kausalität vom 24.-26.11. 2016 (Frankfurt und Hadamar) hin, in; Einsicht. Bulletin des Fritz Bauer Instituts, Nr. 17. Frühjahr 2017 · 9. Jahrgang
100 Seiten · Auflage: 5.500 · ISSN: 1868-4211, Titelthema: Helfer, Widerständler, Nutznießer: Abweichendes Verhalten im Nationalsozialismus und seine Deutungen.
Das komplette Heft als download: Einsicht 17 [pdf/4.452 kByte

3. Binger Opfer der NS-"Euthanasie"
Die Stadt Bingen bereitet einen Band zu Bingen im Nationalsozialismus vor und Frau Rosenau um Bericht über die Opfer der NS-"Euthanasie" gebeten. Zu Recherchen hat die Kreuznacher Diakonie ihr Einverständnis erteilt.

4. Neue Reihe SchUM-Städte
Der Band 3 - Spira - Speyer - wird für 2020 vorbereitet.

5. Ehrenamtliche Archivpflege
Frau Rosenau hat mit Dr. Rummel, Landesarchiv Speyer, wegen der Handreichung "Ehrenamtliche Archivpflege" gesprochen, das er bei der Tagung im Frühjahr 2015 angekündigt wurde. Eine entsprechende Veranstaltung für das nördliche Rheinland-Pfalz könnte am Landeshauptarchiv in Koblenz stattfinden.

7. Täterrundgang, Trier
Frau Dr. Winkler berichtet über das große Interesse an einem neuen Rundgang in Trier, den die AG Frieden zu NS-Tätern in acht Stationen anbot (Förderung durch die Heinrich-Böll-Stiftung).

8. Straßenbenennung, Koblenz
Herr Hennig berichtet über die Debatte über Straßennamen, "Relikten aus der NS-Zeit und anderen Epochen", (Rhein-Zeitung vom 17. Mai 2017), wonach "heikle Straßennamen auf dem Prüfstand" stehen.

9. Viktors Kopf. Im Namen des Deutschen Volkes. Dokumentarfilm, 88 Minuten, jetzt als DVD. Regisseurin Carmen Eckhardt deckt die Hintergründe des Schicksals ihres Urgroßvaters auf, der von den Nazis enthauptet wurde, weil er im Widerstand eine tatkräftige Rolle spielte.

10. Ramona Dehoff informiert über den Themenschwerpunkt "Die NS-Zeit im Comic" von September bis Dezember 2017 in der Gedenkstätte KZ Osthofen. Geplant sind mehrere Veranstaltungen: Vorträge, eine Lesung, eine Multiplikator*innen-Fortbildung sowie pädagogische Workshops für Jugendliche und Schulklassen. Gezeigt werden auch Originale/Skizzen und Materialien der Comic-Künstler Moritz Stetter ("Bonhoeffer") und Barbara Yelin ("Irmina").

11. Nächste Sitzung: auf Einladung von Herrn Graßl:
Donnerstag, 17. August, 10:00 Uhr,
LMK - Landeszentrale für Medien und Kommunikation,
Turmstraße, 67059 Ludwigshafen am Rhein


 
Niederschrift.
Renate Rosenau



 

 


 

Zum Seitenanfang