Arbeiten mit dem Story-Telling-Programm „Linius“ am Beispiel von „Widerstand, Verfolgung, Solidarität. Stationen im Leben des Max Diamant“

- Zugang zum erstellten Linius über den Link: story.ludwigshafen-setzt-stolpersteine.de -

Über das Projekt

Das vom bayerischen Rundfunk 2016 entwickelte Programm „Linius“ ermöglicht ein webbasiertes Storytelling mit interaktiven und audiovisuellen Elementen, um Geschichten eindringlicher zu erzählen. Ludwigshafen-setzt-Stolpersteine e.V. beschloss in Zusammenarbeit mit medien+bildung.com dieses Programm käuflich zu installieren und eine Ausarbeitung mit Linius zu entwickeln. Ausgewählt wurde dafür die Geschichte des Max Diamant, die einen lokalen Bezug und ein Bezug auf den politischen Widerstand eröffnet. Auch eignete sich Max Diamant, da zu seiner Geschichte genug Material für eine ausreichende Visualisierung vorhanden ist. Beauftragt wurde dafür Maurice Kuhn, Projektstart war der 01.06.2017 mit einem vorgesehenen Zeitraum von 2 Monaten. Der Monat Juli und die erste Hälfte des Julis wurden ausschließlich für die Quellensichtung und das Anlegen einer Materialsammlung genutzt zusammen mit Doris Diamant und Andreas Berlin. Ab der zweiten Hälfte des Julis bis Anfang August entstand die Ausarbeitung in Linius, also das Einspeisen der Materialien, von Grafiken und Audio/Video-Dateien. medien+bildung.com stand beratend zur Verfügung und wurde regelmäßig aufgesucht.

Installation

„Linius“ ist ein Wordpress-Theme, das heißt, dass es Wordpress als Basis nutzt und somit ein Web-Zugang zu Wordpress vorhanden sein muss. Das Theme ist auf Wordpress für 25€ pro Zugang zu haben. Ebenfalls wird zur Ausarbeitung ein Server benötigt, auf dem das Programm verfügbar ist und über dem eine eigene URL für das Projekt erstellt werden kann. Dort kann auch das Backend, also die Eingabeseite für Administratoren und der Zugang für den Seitenadministrator erstellt werden.

Das Backend

Im Backend arbeitet der Seitenadministrator (auch mehrere möglich) die Materialien ein und kann entscheiden, ob diese gleich im Web veröffentlicht werden oder nicht. Das Backend von „Linius“ bietet einen guten Überblick und eine einfache Bedienung. Über „Medien“ lassen sich alle angelegten Medien, über „Story“ der Kapitelplan sowie über „Seiten“ alle angelegten Seiten überblicken. Zudem ist im „Dashboard“ eine Schnellbearbeitung von Seiten möglich. Das Backend stellt deshalb den Hauptarbeitsplatz des Seitenadministrators dar.

Die Einarbeitung

„Linius“ ist in Kapiteln und Seiten aufgebaut, was heißt, dass die Einarbeitung von Materialien in Seiten stattfindet bzw. Seiten erstellt werden, die wiederum von Kapiteln unter „Story“ im Backend beliebig eingeordnet werden. Das Erstellen von Seiten funktioniert recht einfach und gut übersichtlich, indem zunächst das Seitenformat, dann je nach dem Text mit oder ohne Hintergrund eingegeben wird sowie ist das Abspielen von Audio und vereinzelt von Videos im Hintergrund möglich. Eine Seite wird erst online angezeigt, wenn diese über „Story“ in ein Kapitel eingeordnet ist, dennoch kann eine Seite offline beliebig bearbeitet und gespeichert werden und später in ein Kapitel eingeordnet und somit für den Endnutzer online angezeigt werden.

Die Seitenformate

„Linius“ bietet als Story-Telling-Programm eine Vielzahl von interaktiven und audiovisuellen Seitenformate, die sich leicht wie oben beschrieben anlegen und mit Inhalt befüllen lassen.

Seitenformate (Auswahl)    Erläuterung
Artikel    Text erscheint vor Hintergrundbild, dazu Audio&Video im Hintergrund möglich (meist genutztes Seitenformat)
Bildergalerie     Navigation erfolgt mit rechter Pfeiltaste nach rechts; ermöglicht Zeigen von Bildern und Audio im Hintergrund
Hotspot    Auf Hintergrundbild lassen sich beliebig Punkte setzen, in denen Bild- und Textdateien angelegt werden können, welche beim Drüberfahren mit der Maus aufpoppen.
Video    Im Hintergrund läuft ein Video ab; im Vordergrund ist Text möglich
Vorher/Nachher-Slider    Ein Bild lässt sich über ein anderes Bild ziehen, sodass ggf eine Neuentwicklung des Bildinhalts sichtbar wird
Benachrichtigung    Auf einer Seite, die zunächst wie ein Artikel angelegt ist, erscheint am Bildschirmrand nach einer einzustellenden Zeit eine Nachricht wie in einem Mail-Postfach, die sich mit Inhalt befüllen lässt.
Zähler    Es erscheint ein Zähler, der fortlaufend mit dem Backend verknüpfte Zahlen zeigt
Panorama     Der Nutzer kann hier ein Panorama-Bild anschauen
Lupe    Hier wird ein Textdokument in einer Lupe vergrößert, wenn man mit der Maus über ein Dokument fährt.


Eine Erzählung finden

Um die Story-Telling Funktionen von „Linius“ optimal zu nutzen, ist es unbedingt nötig, nicht die biografischen Rohdaten, sondern eine anschauliche Erzählung sich zu erschließen, wodurch sich das Medium „Linius“ von biografischen Veröffentlichungen bspw. unterscheiden lässt. Um eine Erzählung für den Nutzer attraktiv wirken zu lassen und die Seitenformate voll auszunutzen, muss man die Materialien auch grafisch anschaulich einarbeiten und z.B. Hintergrundbilder gestalten, wie am Beispiel von Max Diamant:

Die Persönlichkeit Max Diamant eröffnet eine Fülle von Erzählmöglichkeiten. Aufgabe war es somit auch, sich in der Erzählung zu beschränken und die richtigen Aspekte und Zeitabschnitte auszuloten. Nach mehreren Anläufen wurde sich auf eine Erzählung geeinigt, die die Zeit von 1933-1942 fokussiert und in der Persönlichkeit Max Diamant die zentralen Motive von Widerstand und Solidarität innerhalb seiner Verfolgungsgeschichte betont. Zudem werden notwenige biografische Daten nicht unerwähnt gelassen. Die Erzählung ist chronologisch aufgebaut und bietet zu den anderen Lebenskapiteln einen ausreichenden Überblick. Dargestellt wird die Erzählung mit dem Motiv der Pinnwand, die eine Spurensuche der verschiedenen Lebensstationen verdeutlichen soll. Visualisiert werden die Texte durch Materialien, die an der Pinnwand „angehängt“ werden und nicht unbedingt vollständig vom Betrachter gelesen/angeschaut werden müssen. Zusätzlich schaffen Audio- und Videosequenzen eine attraktive Lesedynamik und erschließen Hintergrundinfos.


Die Präsentation

„Linius“ wurde in erster Linie für den privaten Gebrauch erstellt, das heißt, dass der Nutzer allein vor seinem Gerät („Linius“ ist auch für mobile Geräte kompatibel) die „Linius“-Ausarbeitung sich ansieht, wodurch die Inhalte aufgrund der Story-Telling Möglichkeiten deutlich besser vermittelt werden können, als vor einem Publikum. Dennoch ist besonders für Aktive in der Gedenkarbeit die Überlegung interessant, die „Linius“-Ausarbeitung bei einer Veranstaltug/Ausstellung zu präsentieren zum Beispiel mittels eines Computers mit Web-Zugang und Sitzplatz als Teil der Ausstellung. Wege der Präsentation von „Linius“ werden zurzeit von Ludwigshafen-setzt-Stolpersteine e.V. erörtert.

 

 

 


 

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