Niederschrift der Sitzung des Sprecherrates 

am Donnerstag , 19.10.2017, 14:00  bis 16:15 Uhr im Medienladen Koblenz/ LpB, Markenbildchenweg 38, Kurt-Esser-Haus 2OG, in Koblenz.

Anwesende (x) entschuldigt (e):

x    Dieter Burgard, Vorsitzender         
x    Joachim Hennig, Joachim, stellv. Vors.       
x    Christof Pies
e1    Dr. Franz-Josef Ratter
x    Hans-Eberhard Berkemann        
x    Renate Rosenau
e    Ramona Dehoff       
x    Dr. Ulrike Winkler
e    Eberhard Dittus     
x    für LpB: Uwe Bader
e1    Johannes Graßl     
x    Frau Hetzel, NS-Dok-Zentr. Osthofen

e1: Zugverbindungen gestört.


Beschlüsse / Aufträge:

TOP / Thema / Auftrag
2 / Gespräch  mit IGL / Burgard, Rosenau
4 / Broschüre Landtag 27. Januar /  Burgard
6 / Mitgliederversammlung, Beiträge: Wählerleriste etc., Bestellung, Praxishandbuch /   Burgard, Hennig, Dehoff, Pies, Rosenau Rosenau. Dehoff, Graßl
7.1 / Team Außenlager Cochem / Burgard
7 .8 / Erinnerungskulturen / Burgard


TOP 1:  Begrüßung, Anwesenheit (siehe oben), Tagesordnung, Niederschrift
Keine Einwendungen bzw Ergänzungen.

TOP 2:  Jüdische Friedhöfe;  
1. Gespräch mit Dr. Elsbeth Andre, Leiterin der Landesarchivverwaltung Rheinland-Pfalz und Direktorin des Landeshauptarchivs Koblenz zwischen 13:00 und 14:00 Uhr im gleichen Raum.
Der Sprecherrat hatte um dieses Gespräch gebeten, um Möglichkeiten für die  Schaffung einer landeszentralen Institution für die Geschichte der Juden in Rheinland-Pfalz (analog der Kommission für die Geschichte der Juden in Hessen) zu beraten.
Das Landeshauptarchiv hatte zwischen 1960 und 1985 eine umfangreiche Reihe zur jüdischen Geschichte veröffentlicht (Anlage), an der alle Archivare des Landes und der Kommunen und die jüdischen Kultusvereinigungen beteiligt waren. Die Tiefe und Breite der damaligen Arbeit wäre heute im Rahmen der Dienstzeit des vorhandenen Personals nicht mehr möglich. Frau Dr. Andre bestätigt die Sinnhaftigkeit einer landeszentralen Einrichtung und bedauert, dass angesichts der Haushaltslage und neuer Aufgaben, beispielsweise des digitalen Magazins und der Archivierung von Gemeindeakten mit Verwaltungs- und Verwahrungsvertrag, weder räumliche noch personelle Ressourcen zur Verfügung stehen. Als Alternative zu einer ständigen Kommission wie in Hessen wäre die Form eines Projektes denkbar, dazu die Einbeziehung weiterer Gesprächspartner. Für Projekte gebe es auch eher Fördermöglichkeiten. Als nächster Schritt sollte ein Gespräch mit dem Institut für geschichtliche Landeskunde an der Universität Mainz vereinbart werden.
2. Sachstand
Die Zusagen zur Überprüfung der Listen der GDKE und der ADD bei den Gesprächen vom Juni sind noch keine Rückmeldungen eingetroffen, auch hat der Landesverband der jüdischen Gemeinden noch nicht die Friedhofsbeauftragten der jüdischen Gemeinden zu einem Gespräch eingeladen.

Christof Pies berichtet, dass im Rhein-Hunsrück-Kreis ein Projekt zur Dokumentierung aller jüdischen Friedhöfe (10 bestehende, 1 davon im Rhein-Lahn-Kreis, 2 zerstörte) zustande gekommen ist, das mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Kulturstiftung gefördert wird. Dies könnte als Pilotprojekt auch für andere Regionen beispielhaft sein. Für die fotografische Dokumentierung konnte eine Fotografin (für 1€/Grabstein) gewonnen werden, für die Übersetzung hebräischer Texte wurden 5.000 beantragt.
Herr Pies wird die Projektskizze zur Verfügung stellen. Bericht Mitgliederversammlung.


TOP 3  Fonds  Erinnern und Gedenken
1. Grundsätzliches:  Die Beratung wurde wegen Abwesenheit von Frau Dehoff vertagt.
2. Stand der Ausgaben und Anträge:
Die von Frau Dehoff aktualisierten Listen, von Frau Hetzel überbracht, werden zur Kenntnis genommen.
3. Antrag Ludwigshafen setzt Stolpersteine: Building Memories  - Spurensuche vor der Haustüre
Beschluss: Als Startprojekt genehmigt wie beantragt.  


TOP 4   27.01.18   Internationaler Gedenktag 27. Januar
Herr Hennig berichtet vom Vorbereitungstreffen bei der Landtagsverwaltung am 6. September 2017. Das Protokoll dieser Sitzung wird zugemailt.
Der Landtag hat das Thema NS-Justiz gewählt. Das Gedenkplenum des Landtags wird am Samstag, den 27. Januar im neuen Justizzentrum in Koblenz stattfinden, begleitet von verschiedenen Ausstellungen.
Redaktionsschluss für die Landtagsbroschüre ist Montag, 30. Oktober. Herr Burgard wird die LAG-Mitglieder per Mail daran erinnern.

TOP 5a  Landestagung Krankenmorde 31. Januar und 1. Februar 2018 Koblenz
(Burgard, Rosenau)
Frau Dr. Storm, Landtagsverwaltung, hat informiert, dass der Termin 31. Januar/1. Februar 2018 bleibt. Veranstaltungsort ist das neue Justizzentrum Koblenz.
Programm: Die Referenten werden in den nächsten Tagen angeschrieben. Das am Ende vorgesehene Podiumsgespräch wird durch ein Referat ersetzt, angefragt ist Prof. Dr. Gerrit Hohendorf, TU München. Als Abendprogramms bereitet die Theater-AG des Staatl. Aufbau- und Kunstgymnasiums Alzey eine szenische Darbietung vor.
Der Reader mit den Beiträgen der Referenten, der vor der Landestagung verteilt werden sollte, kann aus zeitlichen Gründen nicht erstellt werden. Prof Dr. Kißener, (bisheriger) Vorsitzender der Kommission,  hat das Amt des Dekans übernommen und ist daher zeitlich noch mehr eingebunden.
In diesem Zusammenhang wird zur Geschichtskommission des Landtags berichtet: Der Beirat, überwiegend mit Wissenschaftlern besetzt, hat sich letztes Jahr konstituiert. Die Kommission selbst konstituiert sich erst im November. Grund ist die zögerliche Meldung der Fraktionen.

5 b  An der 6. bundesweiten Gedenkstättenkonferenz zum Thema "Bildungsarbeit in Gedenkstätten" und dem Forum der Landesarbeitsgemeinschaften am 6.-8. Dezember in der Gedenkstätte Roter Ochse in Halle werden  Dr. Ratter und E. Dittus die LAG vertreten.

TOP 6   42. Informationstagung am 2.12.2017 und LAG Mitgliederversammlung am Nachmittag im Koblenz
42. Info-Tagung: Herr Bader und Frau Hetzel berichten über inhaltliche und organisatorische Vorbereitungen.  
Den Schwerpunkt bilden "Möglichkeiten und Herausforderungen in der Vermittlung der Gedenkarbeit", auch über Social Media sowie Berichte über laufende Projekte.
In der Mittagspause zwischen 13:00 und 14:00 Uhr wird den LAG-Mitgliedern eine Verpflegung über Catering kostenlos angeboten. Fahrtkosten können für Fahrgemeinschaften beantragt werden.
Wie bisher wird Herr Bader die gemeinsame Einladung von LpB und LAG in den nächsten Tagen versenden.
Die Anmeldung muss bis Freitag, 24. November, erfolgen.

Mitgliederversammlung mit Neuwahlen:
- Vorstellung neuer Mitglieder; und Austausch der Mitgliedsorganisationen, Berichte sind bis     
   bis 30. November bei Dieter Burgard anzumelden, die angemeldet werden müssen:   
   Moderation: Christof Pies, Redezeit: maximal 5 Minuten
-  Rückblick auf die Arbeit des Sprecherrats seit der letzten Mitgliederversammlung in
   Wittlich 2016 (Burgard), sowie Berichte über Fonds (Dehoff), Homepage
   (Hennig), Jüdische Friedhöfe (Pies/Rosenau) und Landestagung Krankenmorde
   (Rosenau).
-  Wahl des Sprecherrats 2017 - 2019
    Wahl des Wahlleiters
    Wahl des Vorsitzenden und stellv. Vorsitzenden
    Wahl der Beisitzer.

Kandidaturen für den Sprecherrat: Herr Berkemann möchte nach 16 Jahren als Beisitzer im Sprecherrat nicht mehr kandidieren. Alle anderen haben ihre weitere Kandidatur zugesagt.
Vorbereitung Wählerliste: Rosenau in Absprache mit Frau Dehoff.

Auf Vorschlag von Herrn Graßl soll an die LAG-Mitglieder bei der Mitgliederversammlung die neue Veröffentlichung der Bundeszentrale für politische Bildung verteilt werden:
Praxishandbuch Historisches Lernen und Medienbildung im digitalen Zeitalter
Herausforderungen an Lehrende und Rezipienten. Dieses Praxishandbuch bietet in transdisziplinärer Perspektive Informationen, Ansätze, Methoden und Hilfestellungen. 4,50 € zzgl. Versandkosten (ab 1 kg Versandgewicht)
Beschluss: Bestellung von 50 Exemplaren.


TOP 7: Verschiedenes
1. Fachtagung Cochem zur Aufarbeitung des Außenlagers von Natzweiler in Cochem und Umgebung am 18. Oktober 2017
Herr Bader berichtet über die Fachtagung mit Vertretern der LpB, Vertretern von Stadt und Kreis sowie von Wissenschaftlern, seitens Natzweiler besteht aktives Interesse an Zusammenarbeit. Am Abend referierte Prof. Benz bei einer öffentlichen Veranstaltung.
Aus den bisherigen Überlegungen soll ein Team ein Konzept formulieren, das auf die Stellung von Natzweiler und seinen Außenlagern im Gesamtsystem der NS-Lager aufbaut.

Der Sprecherrat wird gebeten, für das Team zwei Personen zu delegieren. Vorgeschlagen werden Herr Hennig und Herr Ernst Heimes, Cochem.
Herr Hennig ist zur Mitarbeit bereit. Herr Heimes soll angefragt werden, ob er für den Sprecherrat im Team mitarbeiten will (Burgard). Herr Pies erklärt sich bereit, mit Jugendlichen/Studenten bei der Erstellung von QR-Codes mitzuarbeiten.

2. Die 43. Infotagung soll am 9. Juni 2018 in Cochem stattfinden.

3. Die Gedenkstätte zur Erinnerung an die Opfer des Lagers „Rebstock“ oberhalb von Marienthal wird am 9. November 2017 eröffnet:
 Die Gedenkstätte soll die Erinnerung an die Opfer wach halten und der Mahnung dienen. Sie will aber auch über die Verflechtungen von Rüstungsindustrie, Militär, SS, Konzentrationslagern und Zwangsarbeit im NS-Staat informieren. ... Im Zentrum der Anlage steht ein Pavillon mit sechs Informationstafeln zur Geschichte des Lagers (https://www.aw-wiki.de/index.php).

4. AG Frieden Trier: Frau Dr. Winkler berichtet über Veranstaltungen und Flyer zur Verfolgung Homosexueller in Trier.

5. Förderverein Mahnmal Koblenz: Herr Hennig berichtet über Veranstaltungen zum 20-jährigen Bestehen des Vereins am 8. November 2017.

6. Förderkreis Synagoge Laufersweiler: Bericht Christof Pies:
- Im Rhein-Hunsrück-Kreis wurden in Kastellaun und Laufersweiler QR-Codes mit Hilfe eines Programms erstellt, auf das  Christof  Pies hinweist. Weitere werden folgen.
- Ein Projekt "Hunsrücker Fluchtgeschichten" läuft seit dem 1.8.2017 ohne Landesmittel in Zusammenarbeit mit der Ev. Landeskirche, des Ministeriums für Landwirtschaft und Ernährung und weiteren Sponsoren.
- Im Programm der Jüdischen Wochen Herbst-Winter 2017 liest der Schauspieler, Regisseur und Autor Harry Raymon, 1926 als Harry Heymann in Kirchberg geboren, aus "Einmal Exil und zurück" am 5. November, 16:00 Uhr, in der Aula der KGS Kirchberg.
Frau Rosenau berichtet am 19. November im Ratskeller Kirchberg (17:00 Uhr) über Krankenmorde im Dritten Reich, mit regionalen Beispielen.

7. Arbeitsgruppe NS-Psychiatrie in Alzey: Das Direktorium der Rheinhessen-Fachklinik Alzey beabsichtigt, die Gedenkwand des Mahnmals aus dem Jahr 2005 mit Angaben zu ca. 500 Patienten zu erneuern. Dabei sollen die Familiennamen der Patienten ausgeschrieben werden. Bisher sind die Familiennamen mit dem ersten Buchstaben abgekürzt. Gleichzeitig kann die Liste aktualisiert werden.

8. Erinnerungskulturen: Öffentliche Gedenkveranstaltungen sind oftmals ritualisiert und folgen stereotypen Mustern. Herr Burgard regt eine Tagung mit Kooperationspartnern wie dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. an, der Sprecherrat begrüßt den Vorschlag.

9. Ein Beitrag im Rundbrief des Simon Wiesenthal Zentrums Wien über das NIOD, das Niederländische Institut für Kriegs-, Holocaust- und Genozidforschung in Amsterdam, wird als Anregung für eine evtl. Studienreise per Mail verteilt.

10. Die nächste Sitzung des Sprecherrats wird nach den Wahlen bei der Mitgliederversammlung vereinbart. Mögliche Termine:
Freitag, 16.02.18 vormittags,  Mittwoch, 21.02.18 nachmittags, Freitag, 02.03. vormittags.

Niederschrift:
Renate Rosenau

 

 


 

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