Niederschrift der konstituierenden Sitzung des Sprecherrates am Mittwoch, den 28. Februar 2018, 14:00 bis 16:30 Uhr,

in der PfalzAkademie, Franz-Hartmann-Str.9, 67466 Lambrecht  

 

Anwesende (x) entschuldigt (e):

x

Dieter Burgard, Vorsitzender

 

x

Dr. Franz-Josef Ratter

e

Joachim Hennig, stellv. Vors.

 

e

Axel Redmer

e

Ramona Dehoff

 

x

Renate Rosenau

x

Eberhard Dittus

 

e

Dr. Ulrike Winkler

x

Johannes Graßl

 

x

für LpB: Uwe Bader

x

Christof Pies

 

x

x

zur TOP 2: Roland Paul,

Bernhard H. Gerlach

 

Beschlüsse / Aufträge

nächste Sitzung: Dienstag, den 8. Mai 2018, Landeszentrale für politische Bildung,

Gerty-Spies-Saal - Mainz

 

TOP

Thema

Auftrag

1

Sprecherrat, Handy-Nummern

alle, die das möchten

3

Arbeitsaufteilung im Sprecherrat

Mitgliederrundbrief

alle, nächste Sitzung

Entwurf Dr Ratter, Frau Rosenau

4.1

Forum der LAGn Berlin 16./17.04.2018

Herr Dittus, Dr. Ratter

4.2

Pflichtbesuch Gedenkstätten

alle, Schwerpunkt nächste Sitzung.

6

Aufnahme neues Mitglied (Fachb. III UNI Trier)

Burgard

7

Fonds, 2 Bewilligungen

Dehoff

8

Denkmal f.d. ermordeten Juden Europas, Beirat

Dr. Winkler, nächste Sitzung

8 neu

Herxheimer Glocke, Resolution

Burgard

9.2

LAG-Fachtagung Erinnerungskultur.

Burgard, nächste Sitzung.

10.1

Jüdische Friedhöfe, Besprechung mit dem Landesverband der jüd. Gemeinden am 11. April

Burgard, Pies, Dittus, Dr Ratter

10.2

Neuer LAG-Flyer

nächste Sitzung

10.3

Gespräch mit IGL, Vorbereitung

Burgard/Rosenau

 

 

TOP 1: Begrüßung, Vorstellungsrunde, Anwesenheit, Tagesordnung.

Der Sprecherrat konstituiert sich für die Amtszeit 2017-2019.

Es wird angeregt, auf der Mitgliederliste den Adressen - auf freiwilliger Basis - auch noch eine Handy-Nummer hinzu zu fügen.

TOP 2: Vorstellung der neuen Arbeitsstelle "Geschichte der Juden in der Pfalz"

durch Roland Paul und Bernhard H. Gerlach und mögliche Zusammenarbeit

siehe auch : http://www.pfalzakademie.de/?page_id=569

Nach einer Vorstellungsrunde erläutern Herr Paul und Herr Gerlach, beide ehrenamtlich tätig, die Aufgabe der Arbeitsstelle, die dem Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde, eine Einrichtung des Bezirkstages, angegliedert ist:

1. allgemeine Recherche zur jüdischen Bevölkerung der Pfalz,

2. Nachforschungen über jüdische Opfer der NS-Herrschaft,

3. Beantwortung von familiengeschichtlichen Anfragen.

Zur Verfügung steht ein großer Raum mit der von Herrn Gerlach überlassenen umfangreichen Handbibliothek (Präsenzbibliothek) und einer von Herrn Paul zusammen getragenen Sammlung von Dokumentationen zu jüdischen Gemeinden und Personen. Die Arbeitsstelle ist an einzelnen Wochentagen besetzt. Herr Gerlach richtete 1978 die erste gemeinsame Ausstellung zu Juden in Kaiserslautern aus, er bietet Synagogenführungen in Neustadt und Kaiserlautern an, auch für Juden aus Russland.

Er berichtete über Wünsche nach der Einrichtung von Synagogen, beispielsweise in Kaiserlautern, und den Realisierungschancen angesichts der Entwicklung der jüdischen Bevölkerung, von der nicht alle Mitglied in Jüdischen Kultusvereinigungen sind. Die an amerikanischen Truppenstandorten eingesetzten Rabbiner wechselten meist nach kurzer Zeit. Dagegen war Rabbiner Davidson länger in Ramstein, er berichtete bei der 34. Info-Tagung am Sonntag, den 27.Okt. 2013 in Neustadt über seine Arbeit. In Zusammenarbeit mit Herrn Gerlach hielt er Gottesdienste in den noch vorhandenen pfälzischen Synagogen und auf Einladung von Herrn Pies auch in Laufersweiler.

 

Im Herbst 2017 erschien eine Dokumentation über Schicksale von etwa 1.500 am 22. Oktober 1940 nach Gurs deportierten pfälzischen Juden, zusammengetragen von Roland Paul unter Berücksichtigung zahlreicher Quellen, insbesondere französischer Akten. Fotos, Briefe und Zeitzeugenberichte sind der Dokumentation beigegeben. Herausgeber: Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde des Bezirksverbandes. ISBN 978-3-927754-84-3. Das 420 Seiten starke Buch ist für 29,50 Euro im Buchhandel sowie online im Buchshop des Instituts für pfälzische Geschichte und Volkskunde, www.bv-pfalz.de/shop/, erhältlich. 

 

Gedenkfriedhof Gurs: Roland Paul berichtet über die Überarbeitung von 35 Grabsteinen, die von fünf Schülern und drei Lehrern der Meisterschule des Bezirksverbandes in Kaiserlautern eine Woche lang durchgeführt wurde.

Zusammenarbeit mit der Arbeitsstelle: Dr. F.J. Ratter wird das Team demnächst unterstützen.

Ein Austausch von Daten über pfälzische jüdische Opfer der NS-Euthanasie wurde mit Frau Rosenau vereinbart.

Fazit: Institutionen für deutsch-jüdische Geschichte in Rheinland-Pfalz

Mit dieser Arbeitsstelle der Pfalz, dem Forst-Mayer-Studien- und Begegnungszentrum für das Landjudentum in Laufersweiler und dem Emil-Frank-Institut in Wittlich bestehen drei regionale Institutionen, die sich mit der deutsch-jüdischen Geschichte befassen. Der Verein "SchUM-Städte Speyer, Worms, Mainz e.V." in der Trägerschaft des Landes Rheinland-Pfalz hat Kooperationsvereinbarungen mit der Jüdischen Gemeinde Mainz, der Jüdischen Kultusgemeinde der Rheinpfalz und dem Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Rheinland-Pfalz abgeschlossen, konzentriert sich jedoch auf die Geschichte dieser drei Städte. Daneben gibt es zahlreiche kleinere örtliche oder regionale Initiativen und Vereine, die sich mit der deutsch-jüdischen Geschichte befassen. Es fehlt aber nach wie vor eine Institution auf Landesebene - wie die Kommission für die Geschichte des Judentums in Hessen.

In den bisherigen Gesprächen, zuletzt mit der Direktorin des Landeshauptarchivs Rheinland-Pfalz Dr Andre, wurde der Vorschlag der LAG, eine zentrale Stelle für das Land zu schaffen, zwar begrüßt und unterstützt, gleichzeitig aber erklärt, dass diese Aufgabe aus personellen und räumlichen Gründen nicht übernommen werden könne. Als nächstes wird ein Gespräch mit dem IGL Institut für geschichtliche Landeskunde an der Universität Mainz vorbereitet, das derzeit eine Buchreihe zu den SchUM-Städten - mit Förderung durch die LAG - herausgibt. (siehe TOP 10.3).

TOP 3: Rückblick auf die Mitgliederversammlung.

Die Überarbeitung der Arbeitsaufteilung im Sprecherrat wird wegen des Fehlens einiger Mitglieder auf die nächste Sitzung vertagt.

Zur Intensivierung der Information zwischen Sprecherrat und Mitgliedern wird ein online-Mitgliederrundbrief/Newsletter vorgeschlagen, der mehrmals im Jahr versandt wird.

Beschluss: Konzept wird von Dr Ratter und Frau Rosenau für die nächste Sitzung vorbereitet.

 

TOP 4.1 : Rückblick auf die 6. Bundesweite Gedenkstättenkonferenz "Bildungsarbeit in Gedenkstätten - Herausforderungen, Chancen und Spannungsfelder" am 6. bis 8. Dezember

2017 in der Gedenkstätte ROTER OCHSE in Halle.

Bericht: E. Dittus und Dr. Fr.-J. Ratter.

Wie es Tradition ist, startet die Tagung mit den Treffen von den drei Gruppierungen, die die Bundesgedenkstättenkonferenz tragen:

a) Treffen der AG KZ-Gedenkstätten

b) Treffen des Forums der Landesarbeitsgemeinschaften der Gedenkstätten, Erinnerungsorte und -initiativen in Deutschland

c) Treffen der Vertreter der Landeszentralen für politische. Bildung

Tagungsort war einerseits das Tagungshotel, andererseits die Gedenkstätte Roter Ochse.

 

Vorträge in der Gedenkstätte Roter Ochse:

 Vorstellung der Arbeit der Gedenkstätte: Mitglieder-Tätigkeitsfelder-Besonderheiten-Ziele                           

 Die museale Darstellung verschiedener Haftperioden der Haftanstalt, Führung durch die Haftanstalt, u.a. sehr beeindruckend der einzige noch vorhandene und benutzte Fesselungsraum in der BRD

Der „Rote Ochse“ ist heute eine Justizvollzugsanstalt, die gegen Ende der Tagung im Rahmen einer ausführlichen Führung besichtigt wurde. Die Geschichte dieses großen Backsteinkomplexes geht auf das Jahr 1842 als „königl.-Preußische Straf-, Lern- und Besserungsanstalt“ zurück. In der NS-Zeit bis Kriegsende wurden 549 Gefangene ermordet. Während der DDR wurde das Gefängnis durch die Sowjetmacht, dann Ministerium für Innern und Ministerium für Staatssicherheit (Stasi) genutzt. Untersuchungsanstalt, Strafvollzug für Frauen.

Seit 1996 wird ein kleiner Teil als Gedenkstätte genutzt mit Ausstellung und Besichtigungsräumen der ehemaligen Räumlichkeiten. Zwischen der Gedenkstätte und dem Strafvollzug besteht ein sehr gutes Verhältnis.

Die Auftaktveranstaltung fand in der Kirche des Gefängnisses statt. Thema: „Gedenkstätten als Lernorte – Erwartungen aus Politik. Medien und Pädagogik“

Der Vortrag von Sven Felix Kellerhof, Welt-Geschichtsredakteur zum Thema befasste sich mit Allgemeinheiten, Ungenauigkeiten und auch wieder nur mit dem professionellen Gedenken von Hauptamtlichen in den großen Gedenkstätten.

Tenor: es gibt zwar nicht genug Geld, man solle aber auch nicht unzufrieden sein. Die Podiumsdiskussion versuchte zwar dann einige Dinge zurechtzurücken. Prof. Faulenbach betonte jedoch auch das schon Erreichte.

Der Donnerstag war in drei Sektionen geteilt:

Sektion I:             

Bildungsarbeit in Gedenkstätten: Organisation, Struktur, Personal. (Hauptamtliche, abgeordnete Lehrkräfte, Guides, Ehrenamtliche)

Sektion II:              

Bildungsarbeit in Gedenkstätten: Professionalisierung und Vernetzung (Lehrerfortbildung, Curricula, Lehrpläne)

Sektion III:              

Herausforderungen für die Bildungsarbeit in Gedenkstätten:

 

Drei Gruppen:

1. Eigene Flucht- und Diskriminierungserfahrung als Ausgangspunkt für Gedenkstättenarbeit

Anhand von Beispielen wurden konkrete Herausforderungen beschrieben:

a) Bunker Valentin in Bremen: Zwangsarbeit mit Menschen aus unterschiedlichsten Ländern macht es schwierig diese inhaltlich zu verbinden (z.B. Nordafrika), daher geht man den Weg das Thema Zwangsarbeit mit dem Thema von Flüchtlingen zu verknüpfen. Konkret war auch ein Geflohener als Referent (Appolinaire Apetor Koffi) in diesem Arbeitskreis, der seine Erfahrungen in Bremen darstellen konnte.

b) Haus der Wannseekonferenz: Zum Thema "Fassaden-Brücken-Perspektiven" gibt es Arbeitskoffer, die insbesondere die weiße Mehrheitsgesellschaft in den Fokus nimmt. Dabei wird konstatiert, dass Geflüchtete keineswegs eine homogene Gruppe darstellen und daher individuelle Ansprache etc. benötigen. Viele Geflüchtete sehen sich in dieser Beziehung als Wiedererkennende, die überlebt, aber oft traumatisiert allein gelassen werden.

Resümee: Es lohnt sich die Arbeit mit Geflüchteten, Arbeitslosen und anderen Minderheiten. Es wurde nicht diskutiert, inwieweit Muslime durch möglichen Antisemitismus in die Gedenkarbeit eingebunden werden können.

 

2. Aktualisierungen, Gegenwartsbezüge, Demokratieerziehung:

Die Referenten haben in einem ersten Statement die Chancen einer Gedenkstätte als „Außerschulischen Lernort“ verdeutlicht. Demokratieerziehung kann im Wesentlichen in einer KZ-Gedenkstätte dadurch stattfinden, indem Merkmale und Kennzeichen einer Diktatur dargestellt werden. Vor diesem Hintergrund können die Werte einer Demokratie sehr gut vermittelt werden. Aktuell besteht hinsichtlich einer großen Zahl von geflüchteten Menschen sogar eine zusätzliche Chance die Werte der Demokratie „punktgenau“ zu vermitteln. Das gilt nicht nur für geflüchtete Menschen, sondern auch für deutsche Jugendliche. Ein „Lernen aus der Geschichte“ ist möglich. Dennoch bleiben Gedenkstätten der NS-Zeit „Verunsichernde Orte“ (Literaturhinweis = Gedenkstättenpädagogik, Herausgeber: Gottfried Kößler, Verena Haug Thomas Lutz, Oliver von Wrochem u.a., Metropolverlag).

 

3. Vergleiche mit anderen Regimeverbrechen

Anhand von anderen Gewaltsystemen wie Mexico, Argentinien, Kolumbien wird bei der Analyse bedauert, dass das Geschichtsbewusstsein - auch bei Lehrern – stark zurückgeht. Insbesondere wurde berichtet, dass in Sachsenhausen Rechtsnationalisten immer wieder demonstrieren. Ein Vergleich mit dem System der DDR sei schwierig und es wird daher empfohlen, in diesem Fall eher den Vergleich mit Einzelschicksalen zu unternehmen.

 

Abschlussdiskussion:

Manche waren enttäuscht auch von der Resonanz; Öffentlichkeitsarbeit für die Tagung und deren Zielsetzungen ist nicht optimal. Aber man wolle weiter dran arbeiten.

Persönliches Statement: Sehr viel wird durch die „großen“ Profis dominiert. Die Ehrenamtlichen haben es etwas schwer ihre Arbeit darzustellen, dies betrifft auch die „Profis“ in den kleineren Gedenkstätten.

Für mich war es erneut eine sehr positive Erfahrung, die die sehr gute Atmosphäre bei diesen Konferenzen ausmacht und die die direkten Kontakte mit den „großen“ als Riesengewinn verbucht. Allerdings ist die Diskussion auch wieder sehr spezifisch, dass man im Ehrenamt dies oft nicht umsetzen kann. Daran zu arbeiten ist mein Ziel.

Meine konkrete Anregung: die Kontakte nutzen, um auch die Gedenkstätten zu besuchen, so wie wir es ja auch mit Südfrankreich vor 2 Jahren gemacht haben

 

 

Forum der Landesarbeitsgemeinschaften der Gedenkstätten, Erinnerungsorte und -initiativen in Deutschland , Sitzung am Ankunftstag. Vertreten waren die LAG’s aus:

Mecklenburg-Vorpommern

Fabian Schwarzer, Rainer Stommer

Nordrhein-Westfalen

Kirsten-John-Stucke

Sachsen-Anhalt

Melanie Englert

AG Kirchlicher Gedenkstätten

Klaus Schulz (Dachau)

Hessen

Ute Jansen

Schleswig-Holstein

Harald Schmidt, Uta Körby

Baden-Württemberg

Thomas Stöckle

Hamburg

Oliver von Wrochem

Rheinland-Pfalz

Eberhard Dittus, Franz-Josef Ratter

 

Themen waren:

Resolution der BGK in Köln: Erklärung Bundesgedenkstättenkonferenz vom 7./9. Dezember 2016 in Köln „Forschung in Gedenkstätten – Bestandsaufnahme und Weiterentwicklung“. Es wurde bemängelt, dass zu wenig Resonanz erfolgte. Malu Dreyer, damals Bundesratspräsidentin, wurde in Kenntnis gesetzt und um Reaktion gebeten. Sie hat auch geantwortet. Ebenso Tabea Rösner, die Mitglied im Ausschuss für Kultur... ist. Es war nicht mehr zu ermitteln, an wen die Erklärung verschickt wurde. Erst Ende Mai und noch einmal vor den Wahlen wurde die Erklärung verschickt.

Diskussion, was kann man besser machen. Sachlicher Forderungskatalog fehlte; d.h. nur Allgemeines, z.B. ein Vertreter der LAGs (Forum) solle in die entsprechenden Bundesgremien wie in den Gedenkstättenbeirat etc... (Gruppe K4: Geschichte, Erinnerung also Gedenkkultur in NS-Herrschaft und DDR-Diktatur....

Angedachte Veranstaltung mit allen Fraktionen im Bundestag „Wie haltet Ihr das mit den Gedenkstätten?“

Homepage: die eigene Homepage ist an der Topographie des Terrors angedockt: siehe dort Gedenkstättenforum/ Gedenkstättenrundbrief ... Die Homepages der LAG’s sollten miteinander verlinkt werden.

Flyer: der schon länger geplante Flyer wird konkret. Finanzierung: von RLP Unterstützung zugesagt. Auflage 100 je Initiative d.h. 6000 für RLP.

 

Nachfolgend die Berichte aus den LAGs, von denen nur das Wichtigste benannt werden soll:

RLP:

Jüd. Friedhöfe, Krankenmorde, Westwall

Baden-Württ:

einmal jährlich Treffen mit Fraktionen, Geldlage sehr gut, regionale Verbünde, 1-4 Sprecherrat, 7 Mitglieder

NRW:

Kooperation mit der Gedenkstätte Yad Vashem, LAG nach Israel, mit gemeinsamer Tagung und Gegenbesuch, richtet sich nach den Vorgaben der Politik!

Sachsen-Anhalt:

war durch die LpB vertreten, es gibt keine LAG

Bayern:

Keine LAG. Zivilgesellschaftliches Engagement findet nicht statt.

Hessen:

2x jährlich Gedenkstättentreffen, direkte Förderung der 4 großen Gedenkstätten durch das Land , Thema Archiv Landes

Schleswig-Holstein:

30. Januar im Landtag, Lobbyarbeit im Wesentl. für 12 Mitgliedsorte, aber es gibt noch mehr Orte Steigerung der Zuwendungen von 40 000 zu 300 000 jetzt 375 000 davon ein viertel für Personal, Rest für Projekte(ca. 100 000: Ergebnisse der neuen Regierung sind noch nicht klar. Es werden Regionalkonferenzen durchgeführt „ Instrumente für die kleinen Gedenkorte“ und Landesgedenkstättentagung „Schluss mit den Ritualen“

Mecklenb.-Vor-pommern:

4 Sprecherräte, 220 000 Projektmittel, 30 Gedenkstätten, 15 Mitglieder 2 Veranstaltungen: „Runder Tisch“: einer DDR-bezogen, der andere NS bezogen. Prora / Peenemünde/ Anklam. Zusammenarbeit mit Polen.

Thema 2018: Archivarbeit

Das Protokoll liegt noch nicht vor. Das nächste Treffen des FORUMs findet am 16./17. April 2018 in Berlin statt. Am Abend findet eine Diskussionsveranstaltung "Wie weiter mit der Erinnerung an den Nationalsozialismus? Gedenkstätten und Erinnerungskultur zwischen Generationenwechsel, Rechtspopulismus und neuem Antisemitismus".

Beschluss: Teilnehmer Herr Dittus, Dr. Ratter.

 

TOP 4.2 Politische Bildung, Debatte um den Zwangsbesuch von Gedenkstätten und Antisemitismus-Prävention

Ende Februar befasste sich das Plenum des Landtags mit dem Antrag "Niemals wieder! Gedenkkultur in Rheinland-Pfalz fördern und erhalten" der Fraktionen der SPD, FDP und BÜNDNIS 90 /DIE GRÜNEN (Landtagsdrucksache 17/5409, bei Sitzung verteilt), der an den Ausschuss Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur überwiesen wurde und am 07.03.2018 auf dessen Tagesordnung steht, sowie mit dem Antrag "Antisemitismus entschlossen bekämpfen" der CDU-Fraktion (Landtagsdrucksache 17/5437), der an den Rechtsausschuss überwiesen wurde. Der Ausschuss Bildung befasste sich am 1. März mit politischer Bildung als Unterrichtsfach (Sek I) in Zusammenhang mit der Studie Ranking Politische Bildung, Antrag der FDP-Fraktion (Landtagsdrucksache 17/2653).

 

In den beiden erstgenannten Anträgen werden Forderungen zur politischen Bildung erhoben. Sie sind Teil einer bundesweiten Diskussion. Seit Januar wird die Einführung des Pflichtbesuchs von NS-Gedenkstätten wieder öffentlich debattiert. Eine Zusammenstellung der Argumente Für und Wider aus der gegenwärtigen Diskussion hat der Deutschlandfunk zusammengefasst: http://www.deutschlandfunk.de/nach-spd-vorschlag-debatte-um-pflichtbesuche-in-kz.1766.de.html?dram:article_id=407973.

 

Bereits am 28. Oktober 1987 hatte der Förderverein Projekt Osthofen e.V. eine Anhörung "Unterrichtsbesuche in KZ-Gedenkstätten" mit Vertretern der Landtagsfraktionen und der Landesregierung durchgeführt. Deren Einführungsreferate und Statements sind in einer Dokumentation zusammen gefasst, die Johannes Graßl dem Sprecherrat zugesandt hatte.

 

Frau Rosenau weist auf die Lage bei den Berufsbildenden Schulen in Rheinland-Pfalz hin, bei denen der geltende Lehrplan "Sozialkunde/Wirtschaftslehre in Lernbausteinen" aus dem Jahr 2005 (Bildungsserver Rheinland-Pfalz, BF/BS/DBOS/BOS/00) die Auseinandersetzung mit der NS-Zeit nicht ausdrücklich vorsieht und der Stundenansatz in den Stundentafeln für eine zusätzliche Aufnahme von Themen wie dem Nationalsozialismus und den Besuch von Gedenkstätten zeitlich nicht nicht zuläßt. Diese Lage bedeutet, dass große Teile von Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Berufsbildenden Schulen - immer noch die Mehrheit der Altersjahrgänge - keinen Unterricht über die NS-Zeit erhalten.

 

Herr Hennig hat ein Interview mit ihm zum Thema "Sollen Besuche in früheren Konzentrationslagern Pflicht für Schulen werden?" übersandt (in: Der Schängel, Koblenz, 14.02.18.)

 

Beschluss: Schwerpunktthema nächste Sitzung.

TOP 5 Landestagung NS-Rassenhygiene, Zwangssterilisation, Krankenmorde - regionale Perspektiven auf den Raum des heutigen Rheinland-Pfalz am 31. Januar und 1. Februar 2018 in Koblenz (R. Rosenau und J. Hennig)

Die Tagung, thematisch aufgeteilt in 5 Sektionen, war interessant und inhaltlich ergiebig. Nach grundlegenden Beiträgen folgte die Bestandsaufnahme für Heil- und Pflegeanstalten in öffentlicher und privater Trägerschaft und von Opferschicksalen unter der NS-Herrschaft. Es folgten die "Vergangenheitsbewältigung" nach 1945, der lange Weg zur Opferentschädigung und die Erinnerungskultur in Rheinland-Pfalz. Ein Beitrag zu Sterilisationen nach 1945 bis heute rundete die Thematik ab. Im Abendprogramm beeindruckte die Theater-AG des Staatl. Aufbau- und Kunstgymnasiums Alzey mit ihrem selbst entwickelten Stück "Gnadenlos", es bestand Gelegenheit zum Besuch der Ausstellung des Landeshauptarchivs "Lebensunwert - Entwürdigt und vernichtet".

Die Bestandsaufnahme ergab, dass die einzelnen Heil- und Pflegeanstalten, sowohl die öffentlichen als auch die privaten, in den früheren preußischen, hessischen und bayerischen Gebieten unterschiedlich in die NS-Politik einbezogen waren. Darüber fand noch keine auswertende Diskussion statt. Die Referenten werden ihre Beiträge in schriftlicher Form bis zum 30. Juni einreichen. Nach Erscheinen des Tagungsbandes kann die vergleichende Betrachtung der Entwicklungen in öffentlichen und privaten Heil- und Pflegeanstalten ebenso weiter geführt werden wie die Auseinandersetzung mit der schleppenden Entschädigung und dem späten Beginn der Aufarbeitung in Rheinland-Pfalz und in der Bundesrepublik.

Die Landestagung hätte mehr als 60 Teilnehmer verdient. Die Tagung war über die LAG und über die Broschüre des Landtags zum 27. Januar angekündigt worden, die Einladung mit dem Programm-Flyer wurde vom Landtag erst eine Woche vor der Tagung versandt.

Herr Hennig hat einen Pressebericht versandt. Langfassung unter http://mahnmal-koblenz.de.

 

TOP 6   Aufnahme neuer Mitglieder

Antrag: Der Fachbereich III - Neuere und Neueste Geschichte, Universität Trier, vertreten durch Dr. Thomas Grotum, beantragt Aufnahme. Der Fachbereich hatte sich mit zwei Projekten bei der Mitgliederversammlung am 2.12.2017 vorgestellt.

Beschluss: Aufnahme.

 

TOP 7 Fonds Erinnern und Gedenken

1. Die Übersicht über die Ausgaben im Jahr 2017, die Frau Dehoff übersandt hatte, wird zur Kenntnis genommen.

Weitere Informationen stehen öffentlich nicht zur Verfügung, bitte beim Sprecherrat erfragen

 

TOP 8: Stiftung und Beirat Denkmal für die ermordeten Juden Europas

Vertagt.

 

TOP 8 neu: Hitler-Glocke Herxheim am Berg.

Die Glocke im Kirchturm der Evangelischen Gemeinde Herxheim/Pfalz, die der politischen Gemeinde gehört und die Aufschrift "Alles fuer's Vaterland - Adolf Hitler" trägt, soll auf Beschluss des Gemeinderates vom 1. März wieder läuten. Eine "Entsorgung" der Glocke sei "eine Flucht vor einer angemessenen und aufgeklärten Erinnerungskultur.“ Die Jüdische Kultusgemeinde der Pfalz hat die örtlichen Fraktionsvorsitzenden und den Bürgermeister angeschrieben. Dr. Ratter schlägt vor, in einer Resolution Stellung zu beziehen, und legt einen Entwurf vor.

Beschluss: Die Resolution wird beschlossen, siehe Anlage. Versand durch den Vorsitzenden.

 

TOP 9:  Tagungen 2018

1. Ausblick auf die 43.Infotagung 2018  am 9.06. 2018 in Cochem.
Herr Bader berichtet kurz zum Stand der Planung. Die Einladung folgt in Kürze.

 

9.2. LAG-Fachtagung Erinnerungskulturen. Herr Burgard hatte eine Tagung mit Kooperationspartnern wie dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. angeregt. Vgl Niederschrift vom 19. Okt. 2017, Top 7 Nr. 8. Wiedervorlage nächste Sitzung.

 

9.3. Zu einer gedenkpädagogischen Fachtagung "Building Memories. Building Future. Erinnerung schaffen. Zukunft gestalten wird "Ludwigshafen setzt Stolpersteine e.V im Herbst nach Ludwigshafen einladen. Herr Graßl erläutert die Vorlage (wurde per Mail zugestellt).

Der Sprecherrat nimmt die Planung wohlwollend zur Kenntnis.

 

 

TOP 10: Verschiedenes

10.1 Jüdische Friedhöfe; Vorbereitung der Besprechung, zu dem der Landesverband der jüdischen Gemeinden in Rheinland zum 11. April 2018, eingeladen hat. 14:00 Uhr, in der Landtagsverwaltung, Dr. Eduard-David-Raum, Raum 059, Diether-von-Isenburg-Straße 1, 55116 Mainz.

Diese Einladung ist ein Ergebnis der Besprechung vom 21. Juni 2017 mit dem Vorsitzenden des Landesverbandes, siehe Anlage. In dem Gespräch war vereinbart worden, über die Pflege und Betreuung der jüdischen Friedhöfe in Rheinland-Pfalz zusammen mit den Friedhofsbetreuern der fünf Jüdischen Kultusgemeinden zu beraten mit dem Ziel, möglichst eine einheitliche Verfahrensweise zu erreichen. Die Vertreterin des Innenministeriums hatte Druck und Versand einer Broschüre in Aussicht gestellt. Gesprächsunterlage: " Pflege-Empfehlungen, von Christof Pies mit Herrn Zöphel (Jüd. Gemeidne Koblenz) erarbeitet, in: Mappe "Synopse Jüdische Friedhöfe".

Frau Rosenau kann an der Besprechung nicht teilnehmen.

 

10.2: Neuer LAG-Flyer: Nächste Sitzung.

Nächste Sitzung des Sprecherrats: 8. Mai 2018, Landeszentrale für politische Bildung,

Gerty-Spies-Saal, Am Kronberger Hof 6, 55116, 14.00 Uhr.

Ort noch offen.

 

10.3 Vorbereitung eines Gesprächs mit dem IGL Institut für geschichtliche Landeskunde an der Universität Mainz. Unterlagen wurden vor der Sitzung zugemailt. Terminvereinbarung (Burgard, Rosenau).

 

10.4 Archivpflege, ehrenamtliche,

Angebot im nördlichen Rheinland-Pfalz mit dem Landeshauptarchiv. Unterlage des Landesarchivs Speyer vor der Sitzung versandt. Vertagt, nächste Sitzung, Frage der Leitung.

 

10.5 Informationen der Gedenkstätte Osthofen

- Herr Bader verteilt den Katalog zur laufenden Ausstellung "Nichts war vergeblich. Frauen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus." Die Ausstellung des Studienkreises Deutscher Widerstand 1933-1945 in der Gedenkstätte Osthofen wurde durch Biographien aus der Region ergänzt.

 

- Die LpB und KZ-Gedenkstätte Osthofen laden ein zur Bildungsreise "Metz und Lothringen unter deutscher Besatzung 1940 - 1944 am 25. April 2018, mit Besichtigung des Fort Queuleu (SIPO-Sonderlager 1943-1944) und einem Rundgang zum Thema "Metz unter deutscher Besatzung 1940-1944", 8.00 Uhr ab Neustadt/Weinstraße.

 

10.6 Herr Dittus berichtet von dem Erfolg der Wanderausstellung "Jüdische Lebenswelten in Deutschland - heute!" vom 29. Januar bis zum 25. Februar in der Stiftskirche Neustadt/Weinstraße und verteilt den Katalog. Die Ausstellung wurde im Rahmen des Bundesprogrammes "Demokratie leben!" und der zeitbild stiftung erstellt und wird von dieser ausgeliehen.

 

In diesem Zusammenhang wird auf die Parallelstruktur in der Gedenkarbeit hingewiesen,

die mit dem Programm des Bundes Demokratie leben!, Strategie der Bundesregierung zur Extremismusprävention und Demokratieförderung, zur politischen Bildung der Länder entstanden und in Rheinland-Pfalz beim Landesamt für Jugend und Soziales angesiedelt ist. Für das Bundesprogramm, derzeit befristet bis 2019, stand 2017 die Fördersumme von 104,5 Millionen Euro bereit. (https://www.demokratie-leben.de/bundesprogramm/ueber-demokratie-leben.html).

 

10.7 Bericht Herr Graßl: Zum Gedenken von 80 Jahre Reichspogromnacht am 9. November 1938 soll die Kammeroper „Der Kaiser von Atlantis oder Die Tod-Verweigerung“, im KZ Theresienstadt von Viktor Ullmann komponiert (Libretto: Peter Kien), produziert und als Grundlage und Ausgangspunkt für eine umfassende Vermittlung in der Gedenkarbeit genutzt werden. Die Produktion findet in Kooperation mit Ludwigshafen setzt Stolpersteine e.V., der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz und dem Pfalztheater Kaiserslautern statt. Aufführungen sollen im Dezember 2018 in Ludwigshafen, ab Januar 2019 in Mannheim und im Pfalztheater in Kaiserslautern stattfinden. Ludwigshafen setzt Stolpersteine e.V. bereitet hierfür mit vielen Kooperationspartnern umfangreiche Aktivitäten zur Vermittlung vor. Johannes Graßl ist gerne bereit in der nächsten Sitzung ausführlich das Projekt vorzustellen.“

 

10.8: Diagnose: Jude. Jüdische Psychiatriepatienten zwischen NS-Euthanasie und Holocaust, Medienpaket aus Dokumentfilm (DVD), Quellen und Hintergrundmaterialien (CD) und Schülerarbeitsheft (Papier), dritte Ausgabe von didaktischem und dokumentarischem Material zur Geschichte der NS-Euthanasie im Rheinland. Herausgegeben vom LVR Landschaftsverband Rheinland, mit Zuarbeit zur ehemaligen Israelitischen Heil- und Pflegeanstalt Sayn von Herrn Schabow und Frau Rosenau.

Das Paket wendet sich in erster Linie an junge Erwachsene in Schulen. Das Paket ( 1 DVD, 1 CD und die benötigte Zahl von Schülerarbeitsheften) kann für Schulen und Bildungseinrichtungen kostenlos angefordert werden. Bei privaten Bestellungen Schutzgebühr 10€.

LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrum, Ehrenfriedstr,. 19, 50259 Pulheim.

 

 

Niederschrift: Renate Rosenau

 

Zum Seitenanfang